Berner Sauerteigbrot

Da ist Berner Altstadt drin. Der Sauerteig wird in der Berner Münstergasse mit viel Liebe und Leidenschaft aus Berner Mehl und Berner Wasser zum Leben erweckt und täglich sorgfältig gepflegt.

Geschichte vom
Berner Sauerteigbrot

Sauerteig. Eine Kultur mit Geschichte
Die Kultivierung von Sauerteig ist eine der ältesten Methoden der Brotherstellung und hat den Ursprung im alten Ägypten. Vor über 6000 Jahren entdeckten die Ägypter diesen unbewussten Gärungsprozess bei der Aufbewahrung von Teig. Der Teig, der aus Mehl und Wasser besteht, wird durch Hefe und Milchsäurebakterien fermentiert. Diese natürliche Gärung sorgt für die charakteristische Säure des Sauerteigs und macht das Brot länger haltbar. Der Prozess wird durch das regelmässige «Füttern» des Teigs mit frischem Mehl und Wasser weitergeführt.

Sauerteigbrote sind aufgrund ihrer Aromen und Textur sehr geschätzt und gelten als gesünder als reine Hefebrote. Sie können u.a. für Menschen mit einer leichten Weizenunverträglichkeit besser verträglich sein.

Das Kultivieren von Sauerteig steht für Tradition, Geduld und das Wissen um die Feinheiten des Gärprozesses.

Rezept für Sauerteig

Der Start ist simpel: Mehl und Wasser mischen. In Geduld üben.
Wiederholen.
Hier die Anleitung. Die Tipps des Profis folgen weiter unten.

1. Tag Ansatz herstellen

50g Wasser
50g Mehl vermischen, warm stellen (28-30°C) für
ca. 24 Stunden

Die restlichen 75g des Ansatzes, die für den 2. Schritt nicht weiterverwendet werden, müssen entsorgt werden, da es in diesem Zeitraum zu Fehlgärungen kommen kann. Alternativ kann der Ansatz als Pflanzendünger verwendet werden.

2. Tag auffrischen

ca. 25g Ansatz
50g Wasser
50g Mehl vermischen, warm stellen (28-30°C) für
ca. 20-24 Stunden.
ca. 125g Ansatz

3. & 4. Tag stetig wiederholen

Beginnt sich die Mischung schon nach oben zu drücken?
Von nun an jedes Mal, wenn sich das Volumen verdoppelt hat, wieder auffrischen.

Willst du einen Tag Pause machen mit Auffrischen? Dann stelle das Anstellgut einfach in den Kühlschrank, wenn es sich verdoppelt hat.

5. Tag Herstellen des Sauerteiges

Wenn sich das Anstellgut innerhalb von drei Stunden verdoppelt, hast du einen triebfähigen Sauerteig.
125g Sauerteig
200g Wasser
200g Mehl
525g Sauerteig
Alles gut mischen und bei 28–30°C warm stellen.
In drei Stunden sollte sich das Volumen verdoppeln. 500g des Sauerteigs werden für das Brot verwendet, die übrigen 25g Sauerteig stellt man für einen späteren Teig in den Kühlschrank.
Teig kneten
400g Weizenmehl
400g Roggenmehl
600g Wasser
20g Salz
500g Sauerteig
1920g Teig

Alle Zutaten gut verkneten.
Circa drei Stunden gären lassen, ein- bis zweimal falten in dieser Zeit.

Brote machen & Backen

Je nach Wunsch kleinere oder grosse Brote formen und in ein Teigkörbli oder eine Schüssel mit ausgelegtem, gestaubtem Küchentuch legen und circa zwei bis drei Stunden gären lassen.
Vorsichtig auf das mit Papier ausgelegte Ofenblech stürzen und bei ca. 200–220°C knusprig backen.

Anschliessend auskühlen lassen.
Möchtest du den Ansatz nicht selbst herstellen sondern bequem mit unserem starten? Dann komm bei uns in der Münstergasse 74 in Bern vorbei und hol dir deinen fertigen Ansatz für CHF 10.- ab.

Wissenswertes

Beginne mit einem dunklen Mehl.
Dies hat mehr Nährstoffe und Mineralien. Und es begünstigt eine schnellere Milchsäure-Bildung.

Wechsle später auf ein helleres Mehl.
Um den Vorgang zu verlangsamen und den Sauerteig etwas milder zu gestalten, wechsle nach dem dritten oder vierten Tag auf hellere Mehle.

Ab in den Kühlschrank!

Kannst du den Ansatz einmal nicht überwachen, dann einfach in den Kühlschrank damit und später weiterfahren. Aber nicht länger als sieben Tage. Beim Wiederstart das Wasser genügend warm halten, das heisst 27–29°C. Wichtig: Nicht über 30°C, sonst geben einige der gezüchteten Sauerteiglebewesen den Geist auf.

Weizen, Roggen, Dinkel?
Wähle nach deinem Gusto! Sauerteig funktioniert mit allen Getreidesorten. Du kannst die Mehlsorten auch nach deinen Vorstellungen mischen. Bei Roggen und Dinkel etwas weniger Wasser für den Teig verwenden, da diese eher nachlassen. Nach belieben können auch weitere Zutaten wie Früchte oder Nüsse verwendet werden.

Sollte der Sauerteig wider Erwarten Schimmel bilden, entsorgen und neu beginnen.

Bei nicht Gebrauch des Sauerteiges das Anstellgut im Kühlschrank lagern und einmal pro Woche auffrischen. Beim Wiederstart so oft auffrischen, bis er wieder innerhalb von drei Stunden das Volumen verdoppelt.

Ihr Berner Brotsommelier

Patrik Bohnenblust

Es war an einem Brot-Seminar im deutschen Bingen, als Patrik Bohnenblust, passionierter Bäcker-Konditor, die Faszination Sauerteig entdeckte. Seither knetet und bäckt, probt und testet er, bis wieder eine neue Kreation für seine Kundschaft schliesslich im Brotgestell duftet. Patrik Bohnenblust steht in engem Austausch mit deutschen Bäckerkollegen und bildet sich regelmässig weiter, etwa an der Fachschule Richemont in Luzern, bei M. Ammon, Hefe Schweiz und an der Deutschen Backakademie in Weinheim. Patrik ist ausgebildeter Sauerteigspezialist der Schweizer Armee.
Geschichte von Bread à Porter

Brot und dessen Geschichte erleben

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Brot Genusstour durch die Berner Altstadt.

Mit dem Berner Brot-Sommelier Brotgenüsse in Verbindung mit der Berner Altstadt-, Bäcker- und Brotgeschichten kennen lernen.

Geniessen Sie dabei an geschichtsträchtigen Orten Brot mit einem perfekten Pairing mit dem passenden Getränk.
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